Chronik von 1990 bis heute

Mit einem Wechsel an der Vorstandsspitze des Vereins startete der Musikverein Fürstenberg in das
letzte Jahrzehnt des vorigen Jahrtausends: Helmut Münster, der seit der Neugründung des Vereins im Jahr 1972 erster Vorsitzender war gab sein Amt an Franz-Josef Drüppel ab. Von ihm übernahm Reinhold Tingelhoff den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden. In diesen Jahren stand der musikalische Jahresreigen fest, auf dessen Basis der Verein
im Wesent
lichen auch heute noch arbeitet. Am Anfang eines jeden neuen Jahres steht die Beschäftigung mit dem
Karneval auf dem Programm. Galaabend und Rosenmontagszug des Fürstenberger Carnevals
Clubs sind inzwischen
feste Auftritte des Orchesters. Lediglich in den Jahren 2001 und 2002 wurde
der Galaabend nicht von den Fürstenberger Blasmusikern mitgestaltet. In diese Zeit fallen auch die fast schon legendären Karnevalsfeten des Musikvereins.
Dazu aber an anderer Stelle mehr.

Nach Rosenmontag beginnen die Vorbereitungen auf die Schützenfestsaison mit Orchesterproben für Marsch-,
Konzert- und Tanzmusik. Bis 1995 wurde in jedem Jahr zwischenzeitlich der Tanz in den
Mai zusammen mit
dem Tambourcorps Fürstenberg auf die Beine gestellt. Auch der Besuch von
Musikfesten befreundeter
Musikvereine fällt häufi g in den Frühling und in den Frühsommer. Die
musikalische Gestaltung der Fronleichnams-
und der Antoniusprozession gehört seit ehedem zu
den Aufgaben des Musikvereins. In der Regel übernimmt der
Musikverein Fürstenberg die 
musikalische Gestaltung zweier Schützenfeste pro Jahr.


Das waren:
1978 Heimatfest in Friedrichsgrund
1979 - 1988 Etteln  -  1983 Kreisschützenfest in Etteln
1984 - 1989 Etteln und Brenken

1989 – 1994 Weine und Brenken

1994 zusätzlich Alfen

1995 Weine

1996 – 1999 Weine und Steinhausen

2000 Steinhausen und Meiste

2001 Meiste

2002 – 2008 Meiste und Oestinghausen  
2010 Helmern 
2012 Essentho
 

Das heimatliche Schützenfest in Fürstenberg begleitet der Verein musikalisch sonntags seit Ende der 1980er
Jahre und Montagabends seit 2001. Danach gönnt sich das Orchester
eine meist sechswöchige Sommerpause.

 

 

04. Juli  1991 Abholen des Königspaares Manfred und Brunhilde Wulf

 

Lediglich in den Jahren 1991 – 1996 wurde sie für Konzertauftritte in der Paderhalle beim Tag des
Handwerks zu Libori in Paderborn unterbrochen. Ein einmaliges Erlebnis hattendie Musiker des Fürsten-
berger Blasorches
ters im Juni 1996 als sie anlässlich des Besuchs von Johannes Paul II. in Deutschland
eine Messe des Papstes
in der Senne musikalisch mitgestalten durften. Spätestens im September
beginnen dann die Vorbereitungen für
das alljährliche Jahreskonzert, das normalerweise im Dezember
stattfindet. In dieser Zeit gibt es dann meist
noch Auftritte beim Kreisschützenfest, beim Herbstfest
der Fürstenberger Soldatenkameradschaft, auf der
Fürstenberger Herbstkirmes, am Volkstrauertag
und seit 1972 ununterbrochen beim Martinszug.

Zwei wöchentliche Orchester- oder Satzproben und ein Probenwochenende im November machen
die
Musikerinnen und Musiker fit für den großen Konzertabend in der Fürstenberger Schützenhalle.
Seit 1990 konnte der Verein so zu 14 weiteren Jahreskonzerten einladen. Drei dieser Konzertabende
wurden
zusammen mit anderen Musik treibenden Vereinen aus Fürstenberg gestaltet. 1996 trat der
Musikverein
zusammen mit der Chorgemeinschaft Wünnenberg-Fürstenberg auf. 1999 gab man ein
Gemeinschaftskonzert
mit der Chorgemeinschaft, dem Frauenchor Kantate und dem Tambourcorps.
Und 2007 konnten die
Konzertbesucher die neugegründete Sintfeld Chorporation zusammen mit
der Chorgemeinschaft und dem
Blasorchester des Musikvereins hören. Den Abschluss eines jeden
musikalischen Jahres bildet, wie in den
Anfangsjahren des Vereines der Weihnachtsbesuch in den
Fürstenberger Seniorenheimen und die musikalische
Gestaltung der Christmette am 24. Dezember.
Für viele Musikerinnen und Musiker gehört besonders der letzte
Auftritt inzwischen genauso zu
Weihnachten wie der Weihnachtsbaum, und sie lassen es sich nicht
nehmen dort zu musizieren.
Für viele Besucher der Christmette beginnt Weihnachten erst dann richtig, wenn die Bläser

„Tochter Zion“ geschmettert haben. So kamen über die letzten Jahre durchschnittlich 27 Tage
pro Jahr zusammen, an denen man das Orchester des Musikvereins Fürstenberg irgendwo musizieren
hören konnte.

Etwas ganz Besonderes nahm sich der Musikverein vom Herbst 1994 bis zum Frühjahr 1995 vor.
Ein eigener Tonträger sollte produziert werden. Die Musikerinnen und Musiker des Orchesterssuchten
aus ihrem Repertoire die schönsten Stücke aus, probierten, feilten und schliffen sie unterder Leitung
von Dirigent Peter Gödde in den Orchesterproben des 1994er Herbstes und spieltensie dann an zwei
anstrengenden Aufnahmetagen in der zum Tonstudio umfunktionierten Aula desSchulzentrums in
Fürstenberg im Januar 1995 ein. Präsentiert wurde die daraus entstandene CD „Kostproben“ anlässlich
eines Frühjahrskonzertes im März 1995. Alle damals Beteiligten freuen sich, dass die „Kostproben“
auch heute noch bei Vereinsfesten oder –konzerten, beim Auto- oder Treckerfahren und im
heimischen Wohnzimmer gehört werden. Man kann inzwischen sicher sagen:
Die „Kostproben“ sind ein echter Klassiker!

Im Jahr 2003 wurde der Musikverein Fürstenberg eingeladen, zusammen mit dem Bundesbahn-
orchester Altenbeken, den Buker Husaren, dem Bundesschützenmusikkorps Elsen und der
Stadtkapelle Delbrück im November des Jahres einen Konzertabend anlässlich des 100jährigen
Bestehens der Kreishandwerkerschaft Paderborn zu gestalten. Jedes Orchester bekam die
Möglichkeit in der Paderhalle vor vollbesetzten Publikumsrängen vier Musikstücke eigener Wahl
zu präsentieren. Der donnernde Applaus der Zuhörer nach dem Konzertteil der Fürstenberger
Musiker zeigte, dass es dem Musikverein gelungen war qualitativ hochwertige Blasmusik aus
dem südlichen Kreisgebiet in die Kreisstadt zu bringen.

Alle fünf Jahre veranstaltet der Musikverein Jubiläumsmusikfeste zu seinen runden Geburtstagen.
Die Organisation und die Arbeit bei diesen Musikfesten teilt sich der Verein mit dem Tambourcorps
Fürstenberg, dem wiederum bei seinen Jubiläen geholfen wird. So hat sich in den vergangenen
Jahren ein gutes Verhältnis und eine gute Zusammenarbeit beider Vereine entwickelt.
Im Jahr 1993 richtete der Verein zu seinem 65jährigen Bestehen das Kreismusikfest des
Kreisverbandes Paderborn des Volksmusikerbundes NRW aus. Mit 15 Gastvereinen aus dem
Kreisgebiet und der „Harmonie Municipal“,

der Stadtkapelle aus Maizieres Les Metz in Frankreich feierte man am letzten Aprilwochenende
den Geburtstag des Musikvereines. Das 70jährige Vereinsjubiläum fand im Jahr 1998 statt.
Am zweitenMaiwochenende wurde drei Tage lang gefeiert. Den Auftakt am Freitagabend bildete
ein Konzertabend der Profimusiker des Polizeiorchesters Düsseldorf. Da war zu hören,wie richtig
gute konzertante Blasmusik klingt. Am Samstagnachmittag traf sich der MusikvereinFürstenberg
mit befreundeten Musikvereinen und Tambourcorps zu gemeinsamer Marsch und Konzertmusik.
Abends spielte dasTanzorchester des Musikvereins Fürstenberg in der Schützenhalle zum Tanzauf.
Bis in die frühen Morgenstunden ging es dort hoch her. Am Sonntagmorgen übernahm das
Fürstenberger Blasorchester die musikalische Gestaltung eines Dankgottesdienstes in der
Schützenhalle. Nachmittags wurden die Fürstenberger zum Familiennachmittag eingeladen.
Bei Kaffee, Kuchen und Bier konnten die Geburtstagsgäste Blasmusik aus Fürstenberg, den
Mundharmonikaspieler Jonny Baum, den russischen

Chor „Raduga“ und Tänze der FCC-Funken genießen. Der 75. Geburtstag des Vereins im Jahr 2003

wurde nicht ganz so groß gefeiert. Am Samstag und am Sonntag des ersten Maiwochenendes kamen

15 Gastvereine nach Fürstenberg um dem Musikverein musikalisch zu gratulieren. Der Ablauf des

Wochenendes folgte dem eines oft üblichen Musikfestes: Antreten am Fürstenberger Schulzentrum,

Zusammenspiel, gemeinsamer Marsch, Konzertvorträge und Tanzmusik in der Schützenhalle am

Samstagabend, sowie Dankgottesdienst am Sonntagmorgen und Antreten, Marsch, Konzertvorträge

und Ausklang des Festes am Sonntagnachmittag. Die oben erwähnte Musikkapelle aus

Maizieres les Metz in Lothringen lernte der Musikverein im Jahr 1992 durch die Vorbereitungen

der Städtepartnerschaft zwischen Bad Wünnenberg und Maizieres kennen. Im Jahr 1993 waren die

französischen Musikerinnen und Musiker in Fürstenberg zu Gast. 1994 wurde diese Städtepartnerschaft

besiegelt. Bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde im April 1994 in Fürstenberg trafen sich

beide Musikvereine erneut. Im Jahr 1995 kam es zu einem Besuch der Fürstenberger Musiker in

Maizieres les Metz. Untergebracht war man in Musikerfamilien aus Maizieres, was zu vielen persönlichen

Kontakten führte. Die sprachlichen Verständigungsprobleme waren da nur ein kleines Hindernis.

Während dieses Besuches gab das Orchester des Musikvereins ein Konzert in Maizieres und stellte so

auch in Frankreich seine CD „Kostproben“ vor.

In den folgenden Jahren konnte der damals recht enge Kontakt zwischen beiden Musikkapellen aber

nicht aufrecht erhalten werden. Seit 1990 musizierten die Fürstenberger Blasmusiker unter der Leitung

von drei Dirigenten. Bis Anfang des Jahres 2000 war Peter Gödde musikalischer Leiter des Orchesters.

Aus familiären und beruflichen Gründen stellte er dann sein Amt zur Verfügung. Es dauerte fast ein

ganzes Jahr bis die Verantwortlichen des Musikvereines einen neuen Dirigenten gefunden hatten.

Nach einigen Probedirigaten interessierter Bewerber entschied man sich für Martin Möwe aus Hamm.

Er leitete das Orchester drei Jahre lang bis Ende 2003. Dann konnte wieder ein Dirigent aus den

eigenen Reihen gewonnen werden. Seit 2004 ist Mathias Günther Dirigent des Orchesters des

Musikvereins Fürstenberg. Er war seit Neugründung des Vereins im Jahr aktiver Musiker.

Mit ihm blickt der Musikverein optimistisch in seine musikalische Zukunft.

Auch im Vorstand gab es in den vergangenen Jahren Veränderungen. Am 20.11.2004 ging

eine Ära zu Ende: Mit dem 1. Vorsitzenden Franz-Josef Drüppel und seinem Stellvertreter

Reinhold Tingelhoff verabschiedeten sich gleich beide Vorsitzende und somit der gesamte

geschäftsführende Vorstand, der den Verein die vergangenen 14 Jahre erfolgreich geführt hatte.

Mit dem damaligen Schriftführer, Christian Hesse, der für den Posten des 1. Vorsitzenden

kandidierte und Thomas Mühlenbein, welcher sein Stellvertreter werden sollte, war man sich

jedoch sicher, dass der Verein in den richtigen Händen liegen würde. Waren doch beide schließlich

schon mehr als 10 bzw. Thomas Mühlenbein sogar mehr als 20 Jahre für den Verein aktiv.

Dennoch leitete der Wechsel an der Vereinsspitze einen Generationswechsel ein. Erstmals seit

dem Jahr der Neugründung im Jahre 1972 sind nun zwei Personen zu Vorsitzenden gewählt worden,

die den Verein nicht mitgegründet haben. Christian Hesse und Thomas Mühlenbein sind beide bereits

als Kinder in den 80er Jahren im Musikverein angefangen und sind praktisch im Verein groß geworden.

In den vergangenen Jahren sind seitdem die verschiedensten Projekte angestoßen worden. Besonderes

Augenmerk liegt dabei auf dem Wiederaufbau, der Weiterentwicklung und dem Erhalt einer

vereinseigenen Tanzmusik und dem seit 2006 ständig bestehenden Nachwuchsorchester.

 

 

1993: Rosenmontag in Fürstenberg – Gruppenfoto bei Wulf

 

Feste feiern…………

Neben der Freude und dem Spaß am „Musikmachen“ gehörte von Beginn an Geselligkeit und Feiern zum festen
Bestandteil unseres Vereinslebens, nicht zuletzt als „Lohn“ für den
unentgeltlichen Einsatz bei einem zeitintensiven
Hobby . Neben einem Sommerfest nach dem

Neubeginn 1972 etablierte sich schnell die Karnevalsfeier des Musikvereins als eine besonders beliebte aber auch
berüchtigte Veranstaltung im Vereinsleben. Legendär ist inzwischen die
Germanenfete in der Canisiusschule 1988,
aber auch unvergessen der Wiener Opernball im
Schafstall 1999, die Karaokeshows im Jugendheim, das Fest am
Hofe von König Artus im
Sportheim und nicht zuletzt die Feiern in Wulfs Scheune. Jedes Jahr waren die Mottopartys

immer wieder der Renner und ein Höhepunkt im Jahresablauf. Bevor der Verein begann die ersten Schützenfeste
in Etteln zu spielen, war allen Musikern schnell klar, dass kein Geld –
auch nicht an die Tanzmusik – ausbezahlt wird,
sondern für alle Musiker und Partner
alle 2 Jahre ein Ausflug stattfinden sollte. Gesagt getan und 1989 fuhren wir
für 3 Tage
an die Mosel. Auf den Geschmack gekommen und begeistert von Gemeinsamkeit, Spaß und Lust auf
Neues führten uns weitere Fahrten nach München mit Biergartenatmosphäre,
Hamburg mit verregnetem
Fischmarktbesuch und Maizieres le Metz in Frankreich,
die 1995 eine Städtepartnerschaft mit Wünnenberg pflegten.
Weitere Stationen waren
Berlin als Hauptstadt Deutschlands nach der Wiedervereinigung, Prag, Paris, Dortmund

mit Kanutour auf der Lippe und zuletzt Bremen inklusive Brauereibesichtigung.Da auch unsere ständig wachsende
Schar der Jungmusiker nicht zu kurz kommen sollte,
wurden analog Tagesfahrten wie z. B. zum Heidepark Soltau
organisiert. Die Fahrten, Feiern
und das gemütliche Beisammensein fördern den Zusammenhalt und die 
Gemeinschaft über
das Musizieren hinaus enorm und sind ein wichtiger Bestandteil im  Vereinsleben des Musikvereins.